Hektor around Bodensee

Hektor mit Blick auf die Insel von Lindau

Es gibt ein paar Seiten im Netz, da muss ich praktisch täglich mal vorbeischauen. Dazu gehört natürlich die Seite von Goldsprint Berlin. Wo gibt es mehr Ästhetik und Kompetenz rund um die moderne Fahrradkultur? Mit viel Arbeit werden hier die Aufbauten auch fotografiert und in Szene gesetzt, auf allen möglichen Kanälen wie flickr oder instagram. Das ist professionell, aber mit viel Herz und Emotion. Und da entdecken doch meine noch schlaftrunkenen Äuglein ein sehr bekanntes Ratt, mein Hektor auf Seite 1 😉 Und da stand dann dieser vermeintlich harmlose, aber enorm inspirierende und auffordernde Text dabei: „…you see that beauty around Bodensee…“ Und -zack- war die nächste Tour eine beschlossene Sache!

Hier wurde es angekündigt 😉 (Quelle: Goldsprint Berlin)

Hektor ist ja ein spezieller Rahmen für die Langstreckentour, ähnlich wie mein mika amaro. Nur noch spezieller. Also konnte ja nix schief gehen, denn amore mikaela hat die Prüfung um den Bodensee ja schon letztes Jahr mit bravour bestanden. Nun also Hektor. 200km kommen da immer zusammen, ein paar wenige Höhenmeter, viel Weitsicht, viel Landschaft, viel Wasser und manchmal auch viel Bergpanorama, nur diesmal nicht, wir haben ja Sommer. Zum Glück. Und zum Glück hat sich das feuchtigkeitsschwangere Gewitterwetter verabschiedet und der Samstag bot sich als perfekter Reisetag für diese Runde an.

Aha, ganz da hinten müssen wir also hin…

Schon früh ging es an den Start, Hektors Freundin Lexa als schmückende Begleitung wie immer dabei. Der Morgen war herrlich frisch und kaum jemand war auf der Strecke. Dies sollte auch die meiste Zeit so bleiben. Nur der Abschnitt zwischen Friedrichshafen und Lindau war wie meistens knallvoll mit e-Bike-Zombies in Mannschaftsstärke. Dort kanalisiert sich auch der Radverkehr auf wenige bis eine einzige Route. Doch in Lindau und in der ganzen Bregenzer Bucht hat man einen traumhaften Blick über den türkisenen See und wähnt sich am Meer oder an einem der oberitalienischen Seen. Maximale Urlaubsstimmung. Dann noch Bayern und Österreich, später dann die Schweiz, die wie immer extrem ordentlich und aufgeräumt wirkt, fast wie ein angelegter Park.

Strandpromenade Lochau mit Blick zum Pfänder
Bregenzer Bucht

Nachdem in Bregenz, was ja exakt die halbe Streckenlänge markiert, der Mittagstisch eingenommen wurde, galt es, das „willenlose herumgestochere“ der kommenden 10-20km zu vermeiden. Denn dieses Mal wählte ich ganz einfach den Radstreifen neben der Hauptstrasse nach St.Margrethen (CH) und dieser brachte uns auf direktem Wege und ohne Verfahrer auch dorthin. Auch diesmal wählten wir nicht den Bodensee-Radweg zur Weiterfahrt, sondern ab Buriet den Aufstieg über Buechen zum Rorschacherberg und dann nach Rorschach, mit balkonartiger Aussicht über den See auf die deutsche Seeseite. Herrlich!

Weitsicht über den See bei Bregenz

Rorschach ist für mich immer ein Highlight auf dieser Runde. Dieses kleine Städtchen schafft es durch eine imposante Stadtarchitektur, mit hohen Häusern direkt am See und dazwischenliegender Bahntrasse und dazu noch mit ewig langer Strandpromenade und Strandbarkultur ein fast schon südländisches Hafenstadtambiente zu schaffen. Im Prinzip „aus Versehen“ entstanden, da nicht viel Platz zwischen See und Berg zur Verfügung steht und deshalb auf der kleinen ebenen Fläche in die Höhe gebaut wird und alles an Verkehrsinfrastruktur auch noch reingequetscht werden muss.

Rorschach – Der Zug ist mir grad entwischt…

Hektor fühlte sich auf der ganzen Strecke richtig wohl und es fehlte mir an nichts. Mehr Ratt braucht es nicht. Noch nicht mal einen Flaschenhalter oder sonstige Anbauteile. So einfach ist das Radfahrerleben. Der Riemen verrichtet, wie schon beim mika amaro ausgiebig getestet, geräusch- und anstandslos seinen Dienst, der wide-bar-Lenker erfreut durch einmalige Kontrolle und Ergonomie. Und so gab es auch keine körperlichen Ausfallserscheinungen durch unförmige Haltung.

Hektor

Und so rollten wir Vier zufrieden in Konstanz ein, um im geliebten Pano einen leckeren Kuchen wegzumachen um uns für die letzten Kilometerchen nach Hause die letzten verfügbaren Aufputschmittel reinzuhauen. Es gelang uns dadurch noch ein kleiner Umweg, der dafür sorgen sollte, die 200km auch wirklich voll zu machen. Denn durch die fehlenden Verfahrer und die straighte Streckenwahl oftmals abseits des mäandrierenden Bodenseeradwegs, wurden doch einige Meter eingespart. Und so knapp vor der 200er Marke mussten wir dann doch auf Nummer Sicher gehen!

Es waren dann 204km mit etwa 400hm auf der Strecke Singen – Überlingen – Meersburg – Friedrichshafen – Lindau – Bregenz – Rorschacherberg – Romanshorn – Konstanz – Radolfzell – Singen

 

 

8 Gedanken zu „Hektor around Bodensee“

    1. Lieber Knappe pfau 🙂
      Herzlichen Dank für Euer ehrenvolles Lob.
      Da dieses Unterfangen jedoch vollständig ohne die wertvolle Unterstützung eines Knappen erfolgen musste, lässt dessen Wertigkeit nicht hoch genug erscheinen. Ich selbst musste ja quasi alleine auf meinen Gaul steigen und das dutzende Male! Ihr seht, werter Knappe, Euer Fehlen hat tiefe Fleischwunden gerissen…

  1. Aha, wie ich sehe wurde die Pilotin von Lexa nun Rückseitig mit ihrem Namen gekennzeichnet.
    Sehr schick!
    Vermutlich um im Peloton der Northwoodcycler nicht den Überlick zu verlieren und nötigenfalls (beim Überholen der o.g. e-Bike-Zombies) taktische Zeichen geben zu können 😉

    1. Lieber Klausi,
      die Kennzeichnung eines jeden NC-Proud -Members dient der Sicherheit und Wiederfindung im Falle eines Verlorengehens durch Aufmalen von Rufname und Steuernummer auf das Rumpfkleid.
      Die oberste NC-Kaderführung erwägt jedoch, als ein Zugehen auf die Anforderungen moderner Menschheitsfragen und als Rumpfkleidersatz, jedem NC-Proud-Member einen GPS-Tracker unter die Haut zu fummeln. Falls von deiner Seite Interesse bestünde, bitte ich um persönliche Kontaktaufnahme beim dem längsten Tag des Jahres am nächsten liegenden Vollmond.

  2. Selbst an Tag 2 nach der Tour, laufe ich noch wie Falschgeld durch die Gegend. Dieser Flash ist schon enorm. Wir hatten für diese Tour einfach das perfekte Wetter. Das Beste war, es gab kein Gegenwind, somit gab es meinerseits keine schwache Nerven und auch keine schlimmen Worte….
    Es ist einfach mega gut, den ganzen Tag unterwegs zu sein. Freu mich jetzt schon, auf unseren nächsten Ausritt, egal welches Pferdchen wir aus dem Stall holen.

  3. grad mach ich’s Maul zu von wegen und so: „Deutschland’s Vorzeige-Paar-Radler haben wieder zugeschlagen“ und schon kommt der nächste Paukenschlag!
    Geil – und so eine coole Aktion verdient selbstverständlich auch geniales Wetter – wobei der ein oder andere Gewitterschauer oder Gegenwind den Lesespaß natürlich noch einmal bei uns gesteigert hätte 🙂
    P.S. Darauf zu achten, die 200km auch ja „voll“ zu bekommen zeugt von der richtigen Einstellung! Denn seien wir mal ehrlich rein von der Leistung wären 195 km sicherlich genauso respektabel gewesen – aber 200 sind eben eine Schallmauer. Wann fallen die 300? Wann fahrt ihr mal bei uns mit dem Rad auf einen Kaffee vorbei? Wann folgt Paris-Brest-Paris? Fragen über Fragen …

  4. Mir scheint die 200km sind schon langsam Routine bei den Beiden, Respekt!
    Ein neues Ziel muß also schleunigst her…
    Wie wäre es mit Singen – Locarno, mit anschließendem Urlaub am Lago Maggiore?

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