Bergprüfung am Bodanrück [mika amaro]

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Voll aufmunitioniert wartet Amore Mikaela brav auf ihre Prüfung

Mit dem Urban Bike über’s Land fahren hat ja schon mal sehr gut hingehauen. Aber wie ist es denn mit der Bergtauglichkeit des Riemeneingangratts von Mika Amaro? Reicht ein Gang aus? Ist 55:20 eine bergtaugliche Übersetzung? Die Antwort ist relativ. Relativ zum Trainingszustand.

Getreu dem Grundsatz: „Im Frühjahr nur kleine Gänge fahren, sonst haut es dich im September total übersäuert vom Rad“ wollte ich mit meinem Cooks Singlespeed Commuter und dem Mika Amaro in der „Vorbereitung“ nur kleine Gänge fahren. Leider habe ich keine kleinen Gänge gefunden. Schade aber auch. Trotzdem wagte ich jetzt im September den gefährlichen Selbstversuch.

Das Wetter war nun schon seit Wochen äusserst gnädig gestimmt und so konnte ich fast täglich auf dem Rad sitzen. Sei es zur Arbeit, zum Wecken holen, Einkaufen, oder für die wochenendliche Ausfahrt. Das war schon mal psychologisch viel Wert.

Für die Bergprüfung habe ich den Bodanrück zwischen Untersee und Überlinger See auserwählt, unter den Kennern auch bekannt als „Dosso di Costanza“. Meine Tour führte mich zuerst auf ebenen Wegen nach Konstanz, wo ich mich im geliebten Café Francais mit einem belegten Baguette (Salami scharf mit Ei), einem Pain Chocolat und einem Expresso für die kommenden Strapazen rüstete. Die Anfahrt zum Dosso führte über’s Konstanzer Hörnle an den Fährhafen und dann über die Konstanzer Dörfer auf herrlichen Wegen durch schöne Natur und an der Insel Mainau vorbei nach Wallhausen. Und ab da geht es los. Vorher gab es auch schon einige kleine Kuppen zu überwinden, aber von nun an ging’s bergauf…

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Radweg mit alten Alleebäumen bei der Mainau

Die heftigste Steigung für ein Eingangrad ist gleich am Anfang ab der Kurve beim Yachthafen bis nach Dettingen, weil es die steilste ist. Ab Dettingen geht es eher moderat ansteigend über Langenrain nach Liggeringen. Die ganze Zeit ab Dettingen hörte ich hinter mir wilde Schaltgeräusche, die ich in überheblicher Manier ignorierte. Erst als ich durch einen geschult zufällig wirkenden Schulterblick den Hinterradlutscher als eine mountaibikefahrende, dem Herztod nahen Frau erkannte, drosselte ich die Fahrt zu einem kurzen Plausch. Ich nahm sie dann am Hinterrad mit bis kurz vor Bodman, nach einer rauschenden Abfahrt von Liggeringen hinunter. Sie bedankte sich noch für die „schöne Fahrt“ und ich hoffte, dass das Purpurrot bald aus ihrem Gesicht weichen und den Überlastungszustand beenden würde. Gute Fahrt die Dame!
Die Heimfahrt hatte dann noch die schön zu fahrende Kuppe bei Stahringen im Repertoire und rundete die Höhenmeter auf etwa 500 auf.

Das Mika Amaro inky blue singlespeed hat also seine Bergtauglichkeit unter Beweis gestellt. Nach wie vor überragend ist die Arbeit des Zahnriemens. Geräuschlos, klaglos, verlustfrei 😉 und schön. Der Bullhorn-Lenker ist perfekt für das schon strenge Ziehen und Zerren in gebückter Haltung, das fast schon an eine Barrenübung erinnert. Das Material scheint fest genug zu sein, es gibt nichts nach, kein Flex. Und auch an Steilstücken, an denen heftig am Pedal gezogen werden muss, ist kein Nachgeben von Rahmen, Riemen oder sonstigem Material zu spüren oder hören. Das ist Qualität. Ich liebe meine Amore Mikaela!

Für die Interessierten:

Singen – Überlingen am Ried – Radolfzell – Markelfingen – Allensbach – Reichenau Bhf. – Konstanz – Staad – Litzelstetten – Dingelsdorf – Wallhausen – Dettingen – Langenrain – Liggeringen – K6100 – (Stahringen) – Radolfzell – Böhringen – Singen.
85km – ca.500hm

7 Gedanken zu „Bergprüfung am Bodanrück [mika amaro]“

  1. Hervorragend! Hat dich der italienische Kollege angefixt? (<- Man beachte das Wortspiel :-D) Wenn du mit der Mikaela irgendwann das Stilfser Joch hochfährst, melde ich mich freiwillig als Begleitfahrzeug (inkl. Schweiß-von-der-Stirn-wischen und Kniemassage!)

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