Freudenstadt - Grünhütte

Aus Northwoodcycling

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Fakten
Distanz: 90 km (Variante Murgtal: 120km)
Fahrzeit: 5 Stunden
Höhenmeter: 900 hm (Variante Murgtal: 1400hm)
Karte: Karte des Schwarzwaldvereins (LVA Baden-Württemberg) Blatt 3 "Bad Wildbad Freudenstadt"
Orientierung: Freudenstadt - Besenfeld - Toter Mann - Hohlohturm - Grünhütte - ReTour
Autor: Cook
Typischer Lotharausblick vom Mittelweg (hier: Klosterreichenbach)
Typischer Lotharausblick vom Mittelweg (hier: Klosterreichenbach)
Schramberger Blockhaus
Schramberger Blockhaus
Links sichtbar der Singletrail am Toten Mann
Links sichtbar der Singletrail am Toten Mann
Waldeinsamkeit auf dem Mittelweg im April
Waldeinsamkeit auf dem Mittelweg im April
Blick von Norden auf Besenfeld
Blick von Norden auf Besenfeld
Schramberger Blockhaus im Sommer
Schramberger Blockhaus im Sommer
Der Tote Mann mit neuer Hütte
Der Tote Mann mit neuer Hütte
The Magic Hohlohturm
The Magic Hohlohturm
Blick über das Enztal
Blick über das Enztal

Die Besonderheit dieses radsportlichen Ausfluges hängt an verschiedenen Punkten fest:

a. der Nordschwarzwaldkenner vermag es fast nicht zu glauben, dass man eine fast 100km-Radtour ohne nennenswerte Steigung in dieser Region zurücklegen kann.

b. entgegen anderslautender Empfindungen fährt der Autor SEHR GERNE eine Strecke hin und die gleiche wieder ReTour. Mancher mag dies an mangelnder Orientierung oder gar mangelnder Leistung des Kurzzeitgedächtnisses festschreiben, aber der Autor sieht den Reiz einer Retour-Strecke in der Tatsache, dass man hinten keine Augen hat und Abfahrt nicht gleich Aufstieg ist. Will heissen, dass zurück eine komplett neue Strecke auf den Retournisten wartet.

c. mit der Grünhütte streben wir einem der verpflegerisch interessantesten Punkte des mir bekannten Einsatzgebietes an.

d. durch diese klassische, als Starride durchgeführte Tour, fanden bluesky und Cook zusammen und die Geburtsstunde von Northwoodcycling war angebrochen.

Anm.des Autors: die Bilder stammen von der Befahrung Anfang April 2005 und werden bei Gelegenheit durch wärmere ersetzt. (EDIT 1/2007: sind angefügt!)

Wir lassen uns also nicht von etwaigen Wintereinbrüchen im Hochsommer von unserer Befahrung abbringen und begeben uns auf den Weg heraus aus der Stadt in Richtung Krankenhaus, wo wir nach dessen passieren bald über die B294 übersetzen, um auf der anderen Seite unsere rote Raute mit weissem Balken, auch Mittelweg benannt, in unser Herz schliessen. Dieser

Mittelweg begleitet uns nun bis zur Ziel-Verpflegung Grünhütte und wieder zurück loyal und sicher. Wir fahren nun knapp westlich oder direkt auf dem Rücken des Murg-Enz-Höhenzuges entlang und danken immer wieder Herrn Lothar für seine Arbeit und die damit verbundenen herrlichen Aussichten ins Murgtal. Bald ist der Ort

Besenfeld (782m) erreicht und wir fahren in die Beschaulichkeit dieser Höhengemeinde hinein, bis uns mittendrin die Raute linker Hand einen asphaltierten Weg nach oben zuweist. Wir gelangen nach kurzem Anstieg wieder in den Schutz des Waldes und befinden uns auf der sogenannten alten Weinstrasse, welche schon zu Römerzeiten hier angelegt wurde. Nach der Neuhaushütte sind wir im alten Hoheitsgebiet der Murgschifferschaft, welche im späten Mittelalter die Flösserei im Murgtal beherrschte und deren Reichtum noch heute an den Gernsbacher Bürgerhäusern dieser Zeit zu erahnen ist. Auf dieser ehrwürdigen Strecke treffen wir auch auf die

Schramberger Hütte, einem weitläufigen Platz am Schramberg, dessen "Gipfel" (920m) jedoch nicht merklich aus der Topographie herausgerarbeitet ist. Trotzdem macht dem Radsportler die bisherige Strecke etwas zu schaffen, denn er meint, bisher doch fast eben gefahren zu sein und trotzdem irgendwie keinen Saft in den Beinen zu haben. Doch täuscht uns dieses Gefühl des Ebenen, denn wir sind seit Besenfeld von 780 auf 920m in ständig leichtem bergan gefahren. Ein psychologisches Problem für uns. Aber schon bald haben wir nach langer Geraden den

Toten Mann (916m) erreicht, wo wir eine strategische und nötige Pause einlegen, um uns den weiteren Verlauf unseres Ausfluges einprägen. Diese markigen Bezeichnungen wie "Toter Mann" oder "Wüstelochhöhe", "Winterwald", "Schwarzmiss" oder später "Kaltenbronn" zeugen von der Unwirtlichkeit dieses Gebietes und dessen menschenfeindlichen Charakter. Doch dem Mountainbiker soll dies recht sein, wenn er auf einsamen Wegen seiner Kontemplation nachgehen kann und Eins wird mit Landschaft und Fahrgerät. Wenn wir nun zur harten Sorte Mann oder gar Frau gehören, begeben wir uns schnurstracks auf den weiterlaufenden Trail in die Wildnis hinein und bocken uns auf steinigem und wurzeligem Trail bis zur nächsten Forststrasse durch. Genau an diesem Punkt treffen wir auch auf die Mitstreiter, die wegen zu viel Druckes in den Reifen unseren Weg östlich umfahren haben (diese Gruppe sollte genau die Karte studieren, um nicht irgendwo ins Enztal hinab irregführt zu werden und auch die wichtige Gabelung nicht zu verpassen, auf der der linke Weg zum Turm, der rechte zum Parkplatz Schwarzmiss führt). Gemeinsam geht es dann zur Prinzenhütte, wo uns der Mittelweg eigentlich übers Moor nach Kaltenbronn führen will, wir aber einen kurzen Abstecher über den Westweg (rote Raute) zum

Hohlohturm (988m) machen, um diesen zu besteigen und, bei geeignetem Wetter, die Aussicht geniessen. Es sei bemerkt, dass die Holzbohlenpfade über das Hochmoor der beiden Hohlohseen und später des Wild- und Hornsees für Fahrräder etwas ungeschickt sind und darüberhinaus unsere Sportgeräte höchstens geduldet werden. Es bleibt den radsportlichen Freunden selbst überlassen, welche Art des Weges und der Fortbewegung sie benutzen, aber das Ziel, die Grünhütte, sollte von allen angesteuert werden. Der Normalradweg führt auf den grossen Parkplatz an der Passhöhe Schwarzmiss, die Autostrasse hinunter in Richtung Kaltenbronn, um am letzten Parkplatz vor der Lichtung Kaltenbronn nach links von der Strasse auf den grossen Parkplatz einzubiegen, wo wir unsere Mittelwegraute wieder finden. Wir umfahren in nördlichem Bogen das Wildseemoor und kommen nach der Weissensteinhütte durch einen Quellhorizont, welcher uns auch im Hochsommer den Rücken wässert; ausser wir haben peinliche Schutzbleche montiert. Nun riechen wir auch schon die Küche der

Grünhütte (837m), welche uns fast täglich im ganzen Jahr mit schmackhaften Gerichten verwöhnen will. Eine Pause hier anzuraten ist selbstredend. Wers mag isst irgendwas mit Heidelbeeren, den Autor gelüstet es nach herzhafterem, wie Mauldäschle mit Kardoffelsalat mmmmmh llläääääggggger. Nachdem wir uns also herrlich vollgefressen haben und ein gemütliches Scheslo unserem Bikesattel vorziehen würden, quälen wir unsere Muskulatur weiter. Doch wie schon im Vorwort dieser Tour angedeutet, enttäuschen wir die Freunde der Rundtour und begeben uns auf gleicher Strecke zurück. Kartenwillige können die Gegend um die Moore mit Strecken-Varianten versehen. Doch spätestens am Toten Mann nehmen wir gemeinsam die Autobahn nach Süden und erfreuen uns der völlig neuartigen Strecke und Ausblicke, die dem Retournisten das Herz höher schlagen lässt und dem Orientierungslegasteniker doch noch die Karte in die Hand zwingt.

[bearbeiten] Variante Murgtal

Eine sehr interessante, wenn auch etwas anstrengendere, aber vom Autor meistgefahrene Variante ist die Anfahrt über das Murgtal. Dabei fahren wir den ausgeschilderten Murgtalradweg bis Gernsbach und überqueren die Murg auf der Fussgängerbrücke Richtung Kurgarten.

Dort beginnt das Igelbachtal, welches uns in lockerem bergan nach Loffenau führt. Das Örtlein durchfahren wir auf der Hauptstraße und verlassen diese direkt nach den letzten Häusern vor der Linkskurve geradeaus. Das kleine Teersträßchen folgen wir geradeaus und dann steil rechts hoch und immer weiter, bis der Teer einem Schotterweg weicht. Dieser führt uns recht steil am Waldrand und später in einer Schleife bis zur Rißwasenhütte.

Nun geht es munter weiter über die Plotzsägemühle, steil hoch nach Zieflesberg, über die Wiesen des oberen Gaistals und immer weiter die Hänge des Northwood hinauf, vorbei an der Hahnenfalzhütte, dem 'Langmartskopf' und der Kreuzlehütte bis endlich die Grünhütte erscheint. Dieser Aufstieg ab Gernsbach beschert uns bis zum Langmartskopf etwa 800hm am Stück!

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