Northwood Cycling goes Palz

Aus Northwoodcycling

Unterwegs im Zeichen des Schweins...
Unterwegs im Zeichen des Schweins...
Feinster Wald- und Sandboden war unser Untergrund
Feinster Wald- und Sandboden war unser Untergrund
Eine von vielen Engstellen
Eine von vielen Engstellen
Nach unendlich langen 17 Kilometern härtester Piste endlich die ersehnte Einkehr
Nach unendlich langen 17 Kilometern härtester Piste endlich die ersehnte Einkehr

(Cook, 5.9.2007)

Im Laufe dieses Jahres tauchte in den unendlichen Weiten des Internets ein geheimes Video auf, in dem Geländeradfahrer einer nicht enden wollenden Trailorgie fröhnten. Durch eine geschickte Erpressungstatktik gelang es mir, dass mir der Ort des Geschehens übermittelt wurde.

So machte ich mich in Begleitung des treuen Recken Paul auf zur langen Reise in die Pfalz. Wären wir nach Süden gefahren, wären wir in dieser Zeit bereits in alpenländischen Gebiet eingeschlagen. Paul weihte das neue Northwood-Trikot ein, während ich im Zeichen des Schweins gekleidet war, da mein neues NC-Trikot am Morgen noch nicht alle Feuchtigkeit abgegeben hatte.

Doch was hier vor uns lag, lies das Herz frohlocken: laut meinem Mittelsmann sollen 45km feinster Singletrail auf uns warten! In meinem Übereifer dachte ich während der Fahrt laut darüber nach, dass wegen der Kürze der Strecke am Ende noch die eine oder andere Schleife einzubauen wäre. Wie ich mich täuschen sollte!

So ging es los auf bekanntem Sandsteinboden, im Uhrzeigersinn und immer das Tal zur Rechten, den Felsen entlang zu fahren. Es war gleich zu Beginn wie Achterbahnfahren. Mit Schwung die Kuppe hinauf um gleich dahinter wieder hinuterzujagen zwischen Fels und Abgrund, den Bäumen und Steinen ausweichend im Rausch der Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit war aber nur gefühlt hoch. Durch die Enge des Trails wurden aus 25km/h erlebte 40. So rauschten wir nun dahin, immer auf und ab, links ausweichen, rechts ausweichen, zwischen engen Felsen kurz schieben, steile Passagen im Wiegetritt, immer weiter, immer weiter. Und irgendwann, nach scheinbar unendlich langer und zehrender Fahrt, machte sich der Gedanke nach einer Mahlzeit breit. Und so gönnten wir uns eine deftige Mahlzeit in einer Zeitloch-Hütte. Sobald man hineinging, wurde man 30 Jahre zurückversetzt. Das Kuriose war nur, dass wir erst 17km hinter uns hatten! Mir wurde schnell klar, dass es diese Runde in sich haben wird und schon das gesunde Zuendebringen ein Erfolg sein würde.

Bald ging es also weiter, mit leicht reduzierter Kraft, denn der Respekt machte sich breit. Die Strecke verlangt nach ständiger, 100%iger Konzentration. Auch das dauernde Wegdrücken der kleinen Aufstiege machte sich bei mir schon leicht in den Oberschenkeln bemerkbar. Und irgendwann bei km34 musste es ja so kommen: eine klitzekleine Unachtsamkeit reichte bei meinem ehrenwerten Begleiter aus und das Vorderrad kam ein paar Zentimeterchen vom befestigten Trail hangabwärts in tückischen Treibsand, der in dichtem Laub endete und Pferd samt Reiter Saltos machen lies. Der Reiter blieb einigermaßen unverletzt, das Pferdchen hatte aber eine Blessur am Oberrohr abbekommen, was auf Grund der Mehrfachüberschlagung aber noch relativ glimpflich war.

Nachdem alles wieder zurechtgerückt war, ging es die letzten Kilometer etwas kontrollierter weiter und die Runde endete dort, wo sie begonnen hatte ohne weitere Zwischenfälle. Ich strafte mich innerlich dafür, dass ich diese Tour im Vorfeld als "harmlos" einschätzte und jetzt am Ende meiner physischen Belastbarkeit stand. Trail ist halt nicht Forstweg. Und -ungelogen- von den 47km Gesamtstrecke waren 46km Singletrail!

Der genaue Ort des Geschehens bleibt aber im Schatzkästchen verstaut und wird nur vertrauenwürdigen Personen weitervererbt.

Persönliche Werkzeuge