Singen – Walenstadt – Singen (Tag 1)

2-Tages-Tour durch 4 Länder 305km 1200hm
Tag 1: 140km 900hm (Singen – Winterthur – Rapperswil – Walenstadt)
Tag 2: 165km 300hm (Walenstadt – Sargans – Vaduz – Feldkirch – Singen)

Als bekennender Anhänger der Überlandfahrt im griechisch-römischen Stil  gärte nun schon seit einiger Zeit die Idee, eine 2-Tages-Tour in die Alpen zu unternehmen, ohne einen großen Pass zu fahren. Maximales Erlebnis mit minimal gehaltenem Aufwand. Daraus ergeben sich topografisch logische Routen, die sich recht schnell herausarbeiten.

Hektor on Tour – und gönnt sich eine kleine Verschnaufpause

In diesem Falle stand die Route recht schnell. Die West-Ost-Querung sollte über den Walensee erfolgen, der keine topografischen Hindernisse bereitlegt und den Zürichsee mit dem Tal des Alpenrheins verbindet. „Eigentlich“ gibt es dort zwar einen sog. Talpass , den Kerenzerberg, der das „eigentlich“ unpassierbare Tal am Westeingang zum Walensee über eine Bergstrasse passieren lässt. Aber die Errungenschaften der Moderne schafften hier durch Tunnelbau die Möglichkeit, an der in den See abfallenden Felswand die 4-spurige Autobahn, den Zugverkehr und den Fahrrad- und Wanderweg unterzubringen. Es ergeben sich dadurch für den Rattfahrer recht imposante Streckenführungen durch 2 längere, beleuchtete Fahrradtunnel und am Fels verlaufende und direkt an der Autobahn liegende Wege. Sehr spannend!

Doch am Walensee sind die meisten Höhenmeter schon gemeistert und der
Rückweg über Alpenrhein und Bodensee sind bergtechnisch unproblematisch. Einziges Problem ist der im Rheintal fast immer ordentlich wehende, zermürbende oder beglückende Wind.

Somit war die Route klar. Dass aber der Zeitpunkt des Vorhabens nun doch so schnell auf uns zukam, damit hatten wir nicht gerechnet. Aber man muss eine sich bietende Gelegenheit beim Schopfe packen: freie Zeit, sonniges Wetter ohne Regengefahr, keine überlaufene Urlaubszeit, keine Gewitterneigung. Alles perfekt – also los!

Berge, wir kommen!

Diese frühe Jahreszeit hat aber nun die Angewohnheit, in den Nächten noch verdammt kalt zu werden und so den frühmorgendlichen Start kleidungstechnisch in den Winter zu verlagern (ja, es war Raureif auf den Wiesen), um dann, im Verlauf des Tages, doch noch Sommer zu befehlen. Ein Delta von über 20 Grad! Darauf muss man sich einlassen und realistisch planen. Denn schon kurze Zeit in unterkühltem Zustand zu fahren verheißt nichts Gutes. Die Rucksäcke waren dadurch am Nachmittag fett gefüllt, aber uns war es jederzeit angenehm warm.

Auch wenn die Routenführung keinen Pass beinhaltet, sind doch stramme Steigungen zu bewältigen. Die voralpine Landschaft des Zürcher Weinlandes bis Winterthur wartet mit kurzen, knackigen Anstiegen und auch danach wird es nur leicht sanfter. Doch ab Rapperswil hat man das dauernde Auf und Ab hinter sich und kann das letzte Stück bis Walenstadt in prächtiger Alpenkulisse voll geniessen! Doch was für einen Ausblick hat man bis dahin! Die Glarner Alpen als Dauerbild vor Augen, noch tief verschneit bis in unterste Regionen, das ist unser Antrieb, das macht süchtig, das wird einem niemals normal. Frisch verschneite Bergmassive rufen uns zu sich und wir gehorchen andächtig.

Die Glarner Alpen weisen den Einstieg zum Klausenpass

In Walenstadt angekommen wurde zuerst der Migros aufgesucht, um das trotz perfekter Wegverpflegung aufgekommene Vakuum mit Obst und Getränken zu entkräften. Dann eine kleine Rundfahrt mit Blick auf die hiesigen Beherbergungsbetriebe und schon war eine Unterkunft gefunden. Das sehr empfehlenswerte Hotel Churfirsten nahm uns herzlich auf und wir konnten dort auch noch lecker speisen. Pizza aus dem Holzofen von Top-Qualität. Dann mit letzter Kraft ins Zimmer geschleppt und ab in die Heia. Perfekt!

Am Ufer des Walensees, beherrscht von der Churfirsten

Tag 2

2 Gedanken zu „Singen – Walenstadt – Singen (Tag 1)“

  1. Ich war selber schon verwundert, dass ich sofort für diese Tour zu haben war, denn lange Touren haben wir im Vorfeld nicht gemacht. Wie gut, dass ich dafür war., denn ich muss sagen, es war absolut ein Traum. Wir waren so oft ganz alleine auf Strecke und mit etwas Phantasie kamen wir uns stellenweise wie in Kanada vor. Diesmal gab es auch keine bösen Worte unterwegs, nicht mal bei der Strecke mit diesem dreckigen Gegenwind. Dieser „berauschte“ Zustand hat schon was….Dadurch dass die Berge weit runter verschneit waren und unten im Tal vieles herrlich blühte und der gigantisch stahlblaue Himmel, ja solche Touren lieben wir ! Das ist die beste Jahreszeit für diese Tour gewesen. Man kann sich an diesem Alpenpanorama einfach nicht satt sehen.

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