Rigi-Umrundung

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Hafenmole Brunnen mit Blick rechts Richtung Seelisberg, Kanton Uri, links die Ausläufer des Fronalpstocks und der anstehenden Berge Richtung Gotthard

„Schon Schiller sagte: Durch diese kalte Hose wird er kommen.“ Oder war es König Arthus zum Schwarzen Ritter in „Die Ritter der Kokosnuss“? Egal. Auf jeden Fall führte uns unser motorgetriebenes Gefährt nach Küssnacht, am Fusse des Rigi-Massives am Vierwaldstädter See, Kanton Schwyz in der Schweiz. Dort hievten wir unsere verstauten Fahrräder aus dem Wagen und machten uns auf den Weg zum See hinunter.

Es sollte das Herz der Schweiz, die Urlandschaft des eidgenössischen Bundes, die schweizerischte Landschaft überhaupt erkundet werden und was eignet sich hierzu besser, als mit dem Ratt das Rigi-Massiv zu umrunden. Der oder die Rigi ist der „Hausberg“ der Schweiz. Mit Seilbahn ab Vitznau zu erreichen, oben ein herrlicher Rundumblick. Man kann die komplette Schweiz sehen. Das stimmt nicht ganz, aber so ähnlich.

Der Vierwaldstätter See ist sehr verwinkelt und man hat immer den Eindruck eines eher kleinen Gewässers, weil man nur einen kleinen Arm vom Ganzen sieht. Trotzdem sehr beeindruckend, weil steile Ufer und im Süden hohe Berge den See umrahmen. Wir fahren also von Küssnacht bis Brunnen am Ufer entlang, was aber nicht bedeutet, dass alles flach ist. Nach Weggis etwa, im Kanton Luzern, geht es über eine kleine Bergnase oder ebenso nach Gersau, wo die Fähre Gersau-Beckenried landet.

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Zwischen Küssnacht und Weggis, über eine kleine Anhöhe

Dieser erste Abschnitt ist zwar eine recht beeindruckende und schöne Landschaft, erweckt in mir aber den modrigen Duft von Spießigkeit und wohlhabenden Kleinbürgertums. Hier wohnt, auf gut schweizerdeutsch gesprochen, der Bünzli. Das ist nicht meine Welt und so wurde ich auch im Laufe der Fahrt dort entlang etwas aggressiv. Zumal überwiegend scheintoter Geldadel am Wegesrand dahinsiechte.

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Der Großimperator von Northwoodcycling überblickt die für NC annektierte Provinz

Ab Brunnen, wieder Kanton Schwyz, wird die Landschaft zum Hinterland wieder geöffnet und man kommt in ein weites Talbecken, welches in Schwyz, also der Stadt, endet und die markanten Mythen die Landschaft bestimmen. Möchte man ab Brunnen weiter am See entlang, muss man auf die Axenstrasse, eine extrem enge und felsige Autostrasse, welche den Autobahnverkehr der A4 zum Gotthard kurzzeitig bis Flüelen aufnehmen muss. Für das Fahrrad nicht zu empfehlen.

In Brunnen gab es nun doch tatsächlich eine Schwing-Veranstaltung. Als ob uns die Schweiz alles aufbieten wollte, was es an Traditionellem aufzubieten gab. Schwingen ist eine Art Ringkampf unter den Knechten und Bauernbuben, bei dem nur an der extra dafür angezogenen Überhose gegriffen und geworfen werden darf.

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Zwei junge Teilnehmer beim traditionellen Schwingen in dafür perfekter Kulisse

Doch dann die Fahrt nach Schwyz war wirklich sehr schön. Eine kerzengerade Zufahrt auf die Stadt, direkt dahinter der markante Große Mythen (sprich: Miiten), eine weite Landschaft, im Rücken die hohen, schneebedeckten Gipfel und kurz vor Schwyz, in Ibach, das Werk von Victorinox. Mehr Schweiz geht einfach nicht. Und auf dem Schwyzer Hauptplatz mit Rathaus und Brunnen (herrlich erfrischendes Trinkwasser!) gab es dann einen extrem leckeren Cappucchino, der dem italienischen in nichts nachstand. Sehr nette Serviertochter, nette Gäste, schöner Platz. Und um dem ganzen noch eins drauf zu setzen: in Schwyz, welches dem ganzen Land Schweiz den Namen gab, wird der wichtigste Bundesbrief aufbewahrt, ein Schriftstück aus dem Jahr 1291, welches als Gründungsurkunde der Schweizer Eidgenossenschaft gilt.

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Fahrt nach Schwyz im Bann der Mythen
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Hauptplatz von Schwyz, oben rechts, mit gelben Sonnenschirmen, gibt es einen weltklasse Cappucchino

Die Rückfahrt nach Küssnacht ging dann auf der Rückseite des Rigi über den Lauerzer See nach Arth, am Südufer des Zuger Sees. Recht windausgesetzt und kuppiert und somit kein wirkliches Zuckerschlecken. Landschaftlich auch nicht mehr so beeindruckend, ein echter Heimbringer. Das letzte Stück von Immensee nach Küssnacht ging dann sowas von „hurensteil“ auf die Anhöhe der „Hohlen Gasse“, dass wir keine Lust mehr hatten, die originale Hohle Gasse zu besichtigen. Also wieder mal kein Sightseeing traditionsreichen Kulturgutes. Das wird man uns einmal vorwerfen dürfen…mit Recht 😉

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Muss sein wenn man in Küssnacht ist…

Die ganze Runde um die Rigi waren knapp 60km, ein paar kleine Höhenmeter und ist mit Rennrad oder MTB gut zu machen.

2 Gedanken zu „Rigi-Umrundung“

  1. Werter bluesky,
    da ich die komplette Region für NC eingenommen und annektiert habe (siehe: Großimperator), ist NC automatisch Gewinner aller Schwing-Klassen und damit einen Schritt weiter zu Erlangung der Weltherrschaft!

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