Me and me Brother [Brother Allday]

Nun konnte ich schon einige Runden mit „Me Brother“ drehen und meine, schon ein kleines Zwischenfazit ziehen zu können.

Im Ursprungszustand hatte ich ja Schutzbleche dran, für den werktäglichen Einsatz. Jedoch hat es sich doch bewahrheitet, dass man am Rennradrahmen nicht wirklich Schutzbleche sinnvoll montieren kann. Zu geringer Abstand zwischen Reifen und Fender macht sich nervend bemerkbar, wenn Steinchen und sonstige Schmutzpartikel vom Reifen aufgenommen und durchgezogen werden. Und, obwohl es wirklich sehr schöne ihrer Art sind, können die Schutzbleche einfach nicht mein Gemüt dauerhaft beeindrucken. Weg damit. Und so bin ich ohne unterwegs. Wenn es regnet, lasse ich das Rad stehen. Es regnet zum Glück aber nicht oft. Mal sehen. Es gibt ja noch ein voll aufmunitioniertes Alltagsrad für den Notfall, der Vorgänger des Brother quasi. Jetzt gefällt mir das Rad ohne Kompromisse!

Me Bro‘ from Downtown Westside

Die Sitzposition auf dem „Bahnrahmen“ ist praktisch gleich wie auf meinem Mika Amaro Rennrad. Das Fahrgefühl ist ähnlich, der gerade Lenker mit 2 Bremsenzangen ist jedoch besser im Alltagsgebrauch. Das Rad ist ein Hingucker. Entgegenkommende Radfahrer schauen sehr genau hin, Fußgänger zeigen interessierte Blicke, jugendliche Rotzlöffel blicken sogar kurz vom Smartphone auf.

Was aber für mich ganz klar wird: Bahnrahmengeometrie und Starrlauf werden ziemlich überbewertet. Man kann aus allem einen Hype machen und Legenden daraus stricken, letztendlich macht es für mich kaum einen Unterschied zu meinen anderen Singlespeedrädern die ich fahre oder gefahren habe. Der Starrlauf ist ziemlich unmerklich im Fahrbetrieb. Nur beim anfahren und absteigen, beim ganz langsamen fahren und in einer schnellen Abfahrt macht er sich bemerkbar. Ich wollte das halt mal selbst „erleben“, was es mit dem „Fixiehype“ auf sich hat. Aber es hat mir nicht die Augen geöffnet, mein Leben verändert, einen neuen Menschen aus mir gemacht. Ich merke es einfach nicht wirklich nachdrücklich. Ich habe mir noch ein Freilaufschraubritzel mitliefern lassen, lasse aber das feste erstmal dran. Es hat für mich weder wesentliche Vor- noch Nachteile. Schön ist aber, dass man 100% am pedalieren ist. Und das gefällt mir richtig gut.

Deshalb ist der Starrlauf auch nicht das wichtigste an diesem Ratt. Das wichtigste ist dieses stimmige Gesamtkonzept. Klassisch, schön, praktisch, leicht. Es macht einfach Spaß, wenn Auge und Herz auch was davon haben! Im Gegensatz zu meinem Mika Amaro ist es aber noch etwas wendiger im Stadtbereich, kompakter. Momentan fahre ich es mit Wendepedale von XLC, ein absolut ästhetisches Pedal für Shimano SPD-Cleats oder normalen Schuhen, wenn man silber poliert benötigt. Praktisch für Alltag und die kleine Tour und dazu noch sehr schön und passend.

Sehr schönes, klassisch angehauchtes SPD-Pedal mit einseitig Plattformfunktion, ideal für Alltag und Tour, ohne dauerndes ummontieren (Foto: XLC)

Das Brother Allday ist ein klassischer, schöner und recht leichter Rennradrahmen aus Cromo-Stahl 4130 mit vielen Ösen für Schutzbleche und Gepäckträger und für breitere Reifen bis 32mm ausgelegt. Mit seinen horizontalen Ausfallern aber für das puristische fahren mit einem Gang gemacht, ob mit oder ohne Freilauf. Im Aufbau kann man das Ratt gut unter oder um 9kg Gesamtgewicht bringen.

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