Knick Knack am Owwersee

Gestern war die Runde Konstanz-Bregenz-Konstanz um den Obersee angesetzt und zwar mit den Rennrädern, respektive Riemeneingangrennratt. Ein schnelles Pedalieren mit hohen Geschwindigkeiten war nicht zu erwarten, denn es ist bereits Ferienzeit in Deutschland, dazu noch Wochenende und auch noch schönes, nicht zu heißes Wetter. Entsprechend viel Verkehr auf den Radwegen. Auch geht ein nicht zu unterschätzender Anteil der Radwege über leichten Schotter, was die Geschwindigkeit ebenfalls drosselt. So war es insgesamt die gleiche Gesamtzeit wie im Frühjahr mit den Mountainbikes.
Aber das Rollen ist einfach anders, der Überholvorgang zügig und ich wollte die Langstreckentauglichkeit des mika amaro austesten. Und so ging es ab Konstanz am Schweizer Seeufer über Kreuzlingen, Romanshorn, Rohrschach nach Bregenz, wo als östlichster Punkt eine Mittagspause angesetzt wurde. Es ist für mich immer wieder überwältigend, so “gschwind” nach Österreich zu radeln und sich inmitten der Bergwelt zu fühlen. In Bregenz klopfen die Berge an die Pforten, man fühlt sich wie in einem weiten Talkessel, erkennt den Schnee, der letzte Woche bis tief nach unten gefallen ist und noch nicht komplett abtaut. Eine andere Welt am See.

Doch was war bei amore Mikaela? Prinzipiell ein tadelloses Funktionieren. Jedoch hatte sich schon eine Ausfahrt vorher ein zartes knacken aufgetan, welches bei stärkerem Pedaldruck an der rechten Kurbel seine Existenz bekräftigt. Speziell auch im Wiegetritt tritt es deutlich ans Ohr und unterbricht die Stille des Antriebs und das Abrollgeräusch der Pneus. Nun kann das verschiedene Ursachen haben und ich werde dranbleiben. Meine stille Hoffnung sind die Pedale als Verursacher und nicht der Rahmen oder das Innenlager. Also, es ist vorhanden und dringt störend an das akustische Schönheitsempfinden.WP_20160716_017

Eine weitere kleine Geißel die bei Rennradgeometrien auf meinen Körperbau über die Nackenmuskulatur einwirkt ist die Sattelüberhöhung. Kleine Rahmen sind per se sportlicher als größere Rahmen, da hat sich in der Rennradevolution nicht viel getan, damit muss man leben. Hinzu kommt, dass bei mir die Beine recht lang und die Arme im Verhältnis kurz sind. Und so sind die Sattelüberhöhungen meist bei 15cm im Auslieferungszustand und bei 10cm nach Modifizierung. Immer noch recht viel bei meiner eher kleinen Körpergröße von 1,72m. Und das fällt natürlich bei Fahrzeiten jenseits der 5h schon ins Gewicht. Ich liebe diese Haltung auf dem Rennrad, aber eben die Nackenmuskulatur nach einer gewissen Einwirkzeit dann nicht mehr so sehr. Vielleicht liegt es auch noch zusätzlich am Rucksack, der an den Schultern zerrt und durch Wasserflaschen (ja lieber racing_fool, Flaschenhalter am formschönen Rahmen sind tabu!) deutlich spürbar existiert.

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Badehaus in Lochau, Vorarlberg, im Hintergrund das Alpstein, ganz links Bregenz

Doch diese beiläufig erwähnten Nicklichkeiten sind nichts gegen das Erlebnis einer gelungenen Langstreckenrunde und dem danach einstellenden Wohlbefinden, es wieder gemacht zu haben.

3 Gedanken zu „Knick Knack am Owwersee“

  1. Reschbäckt! Und das alles mit nem SingleSpeeder!

    Zu deinen “Pain Points”:
    – Meine Top 2 Kandidaten für Knackgeräusche:
    1. Kettenblattschrauben (ausbauen, fetten, einbauen)
    2. Hinterradbefestigung
    … aber vielleicht hast du es ja schon gefixt?

    – Überhöhungen bei Rennrädern: “Komfortgeometrien” existieren, aber dann sieht es eben nicht mehr klassisch aus => “Wer schön sein will, muss manchmal leiden” gilt auch hier 🙂
    Du könntest dir natürlich auch noch den Rucksack sparen (noch klassischere Optik) und das Flüssigkeitsdefizit alle 50km mit nem Cappuccino in nem Promenaden Cafe ausgleichen. Dazu wohnt Ihr ja schließlich auch am See 😀

    1. Ich vermute mal das Pedal als Verursacher und habe es stark gefettet. Es hatte sich auch extrem festgezogen (ich zieh’s nur minimal an, den Rest besorgt die Physik). Da aber das Geräusch bisher erst nach größerer Strecke (>40km) auftrat, bleibt ein Restrisiko.
      Ja und leider eignet sich Cappuccino und Espresso nicht so sehr für einen isotonischen Flüssigkeitsausgleich – schade 😉 Trotzdem werden solche Kaffeepausen genossen 🙂

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