Fabrica Cycles Milano

Historisches Mailand am Piazza del Duomo

Kurzurlaub im November ist ja nicht sonderlich prickelnd, speziell der Witterung wegen. Kalt, naß, dunkel. Da kann man nur daheim schön mollig eingemummelt auf bessere Zeiten warten. Doch nicht so dieses Jahr. Ein bislang grandioser Herbst, und das bis in den November hinein, equicket das Gemüt. Also ist kurzfristig ein Kurztrip angesagt. Am besten Italien, am besten mit einem Besuch in einem Bikeladen, besser noch, bei einem Rahmenbauer, verbunden.

Ein italienischer Freund hatte sich unlängst 2 neue Maßrahmen fertigen lassen, sehr schöne Arbeit und von ihm ganz heiß empfohlen. Also warum nicht zu fabricacycles.com nach Mailand und den beiden Protagonisten Paolo und Francesco einen kleinen Besuch in ihrem Workshop abstatten? Mailand ist nicht allzu weit, mit schöner Anreise über die Alpen, italienisch, ehrlich, authentisch, alt und modern zugleich und eben gelegen. Also perfekt mit dem Rad zu erkunden. Und um es gleich vorweg zu nehmen: Die Mailänder sind höfliche Menschen und das merkt man auch im Strassenverkehr. Jeder Teilnehmer wird als vollwertiges Mitglied akzeptiert. Punkt aus. Verkehrszeichen sieht man zwar eher als unverbindliche Empfehlung. Aber dadurch läuft viel über Gestik und Intuition. Da empfand ich eher manch‘ Radfahrer als rüpelhaft. Das einzig richtig unangenehme waren die Mörder-Pavés, gemeint sind großpflastrige Marmorplatten als sog. „Fahrbahnbelag“. Paris-Roubaix in schlimm. Diese Strassen sind zu vermeiden, wie etwa die Via Torino, die aus der Innenstadt zu den Navigli-Kanälen und somit auch zu fabrica führt.

Paolo und Francesco von fabrica und ihr Mechaniker Ugo (unten links)

Ich hatte mich bei den beiden vorher angekündigt und schon dieser Kontakt war äusserst freundlich und zuvorkommend. Fabrica ist ein 2-Mann-Unternehmen, vor knapp 2 Jahren entstanden und hat schon eine treue Fangemeinde auf der ganzen Welt. Der Erfolg rührt mit Sicherheit vom Geist, den die beiden Jungs in Ihrer Halle versprühen. Alles Handarbeit bis ins letzte Detail. Kein pulvern der Rahmen, es wird von Hand lackiert in Wunschfarbe. Keine Decals oder Sticker. Das Firmenlogo als Einfräsung am Innenlagergehäuse und als verschraubtes Metallplättchen am Steuerrohr. Rohre werden auf den Kunden zugeschnitten, auch der Durchmesser! Dicke Schenkel = dickes Unterrohr. Gefügt werden diese dann meist im aufwendigen filled-brazed-Lötverfahren, was den Verbund organisch wirken lässt. Sehr rührig, sehr engagiert, sehr bescheiden und zurückhaltend. Konzentration auf das Wesentliche. Da macht man sich schon Gedanken über das nächste Rad…

So schön kann’s werden: Das fabrica pista von Stefano

Fazit: Viele positive Eindrücke hat Mailand in uns eingebrannt. Tolle Stadt, die echt wirkt, nicht auf plumpen Tourismus ausgelegt. Perfekt zum radfahren, wenn man sich auf den „liberalen“ Verkehr einlässt, weil alles topfeben und schnell zu erreichen. Tolle Bars und Cafés, tolle Läden, tolle Menschen. Und fabrica? Absolut zu empfehlen! Geht hin und lasst euch vermessen. Oder schaut in Berlin bei Goldsprint vorbei, dem fabrica-Händler für Deutschland. Ihr bekommt richtig viel für euer Geld. Solche Leute gibt es heute nicht mehr so viele…

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