Coronakrise und Radfahren

Anfangs war das Gefühl der peinlichen Unangemessenheit, angesichts der gesamten Notlage und der erschütternden Situation in der Lombardei, wo wir noch vor wenigen Wochen ein paar wunderschöne Radtage verbringen durften, jetzt nach draussen zu gehen und Rad zu fahren, sich dem Vergnügen hinzugeben.

Doch nach Tagen der Traurigkeit und des Bewusstwerdens, empfinde ich es als Reinigung von Körper und Geist, gemächlich im Hier und Jetzt, die Schönheit des aufkommenden Frühlings bewundern, die schönen Feinheiten der heimischen Landschaft erkennen, die aussergewöhnliche Ruhe und den Frieden als Balsam zuzulassen.

Wir stehen am Anfang einer Veränderung.

16 Gedanken zu „Coronakrise und Radfahren“

  1. Sehr gut! Ist das jetzt schon dieses Struktur-für-den-Alltag Programm? 😉 Ich werde mich dem hoffentlich in Kürze anschließen können!

    A propos Schönheit: Dein Outfit ist ja mal wieder sehr gediegen! Quasi fast schon Ton-in-Ton mit der Lackierung deines Edel-Renners. Nur eine kleine Farb-Nuance daneben und die grell-roten Schuhe werden ja glücklicherweise größtenteils vom Gras verdeckt 🙂

    1. Mein lieber racing_fool, die Struktur des Alltags ist bereits mehrfach erprobt worden und musste jetzt nur ethische Bürokratien überwinden.
      Allerdings liegst du bei den Schuhen falsch, die sind auch schwarz und sogar geschnürt! Allerdings hast du einen kleinen Schnipsel der übereifrig designten Socken erhascht, welche tatsächlich Spuren von rot enthalten können. Allerdings bin ich SEHR enttäuscht, dass du mir ROTE RADSCHUHE zugetraut hättest!!!

      1. Bitte keine Ablenkmanöver! Egal ob Socken oder Schuhe- ich war nur sehr verwundert, dass der detailbesessene und -versessene Cook hier sich diesen Schnitzer geleistet hat 😉

        1. okeeee, trotzdem bleibt ein fader Beigeschmack hängen, dass mein geliebter Radkolleg’ R_f mir solche Schandtaten wie rote Radschuhe zutraut! Bin ich Fussballer?

          1. Na ja, grundsätzlich traue ich einem Rennradler, der bis vor kurzem die Rennradfahrerei aufs Schärfste verdammte und beschimpfte, erst einmal sämtliche 180° Kehrtwendungen zu 😀

  2. Der Strohhalm, mit dem ich mich an die Lebensfreude klammere, ist augenblicklich das Bicycle.
    (Arthur Schnitzler)

    … wenn doch wenigstens der sch…. kalte Ostwind mal nachlassen würde! 😉

    1. Sehr schöner Spruch. Passt exakt. Der Ostwind, die Kälte, spielt dabei keine Rolle. Das Erlebnis als Funke an Lebensfreude ist davon unabhängig. Einzig die Sonne ist wichtig, die alles erhellt und verschönt.

      1. Muss hier auch Klausi zustimmen: der Ostwind vermasselt schon ein wenig die Frühlingsstimmung!
        Wie haben eigentlich die Leute auf den Buff bzw Gesichtsmaske reagiert? Ich blickte heute bei ähnlicher Verkleidung entweder in ein mitleidiges Lächeln oder in entsetzte Gesichter. In beiden Fällen hätte ich am liebsten geschrien: so fahre ich schon mehr als 20 Jahre herum bei entsprechenden Wetterlagen, ihr @&%§!

        1. apropos HAD/buff: Das mache ich auch immer bei Temperaturen unter 30°, da mir sonst das Gesicht einfriert. Hat mit Infektionsschutz nichts zu tun. Yvo meint auch, wenn ich manchmal mit der schwarzen Gesichtsmaske praktisch vollvermummt durch die Fussgängerzone rolle, sehe Sie in entsetzte Gesichter. Und da hier momentan keine Menschen unterwegs sind, erkenne ich keine Reaktionen auf meine Vermummung, oder ich merckx einfach nicht…;-)

          1. Jetzt muss ich mich doch noch zu Wort melden. Schade, dass mein Herr cook nicht die erschreckten Gesichter sieht, manche erschrecken richtig, wenn er manchmal auch noch als ganz schwarzer Ritter unterwegs ist.  Kinder glotzen volle Lotte. Da ich selber auch ein Tuch, allerdings in Mädchenfarben trage, wirke ich nicht ganz so “böse oder agro” und ich merke, wie die meisten Leute wieder beruhigt sind.
            Zum fiesen Ostwind kann ich nur sagen, es ist schrecklich gewesen, mir macht das wohl was aus und ganz schlimme Worte aus meinem Mund konnte der Wind mittragen. Zum Glück ist keiner direkt hinter mir geradelt.
            Kann mich da richtig reinsteigern, aber es nützt nichts, im Gegenteil, es kostet noch mehr Energie….Aber wenn man dann zu Hause , schön eingemummelt auf dem Sofa liegt merkt man doch, es hat gut getan!!!

  3. Nun, edler Herr_fool, ich wollte direkt auf Ihren Einwurf wegen kritischer Kommentare meinerseits zur Rennradfahrerei eingehen, der Editor dieser unterentwickelten blog-Architektur lässt jedoch keine direkte Antwort mehr zu und entrisse diese somit aus einer dem Verständnis dienenden, gewollten Abfolge.

    Ich möchte jedoch, quasi stellvertretend für mein entfallenes Antwort Essay, mit einem hochintellektuellen Zitat eines der berüchtigten titanic-Autoren schließen, welches noch deutlicher die ambivalente Involviertheit beschreibt als das berühmte Adenauer-Zitat (“Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.”):

    “Die schärfsten Kritiker der Elche
    waren früher selber welche.”
    (F.W. Bernstein)

    1. Hmmm, dieses Adenauer Zitat hörte ich im Northwood schon einmal, als ein glühender Verfechter der 26“er mir plötzlich auf nem Twentyniner entgegenrollte :-). Ohne weitere Namensnennung – aber es war grob im Gebiet von Marxzell 😉

      Jetzt muss ich mir auch noch was einfallen lassen, damit ich in ein paar Jahren ebenfalls das Zitat bringen kann. Vielleicht ne SRAM Schaltung am Rennrad oder vielleicht ein E-Bike?

      1. Um es kurz zu machen: e-bike bedeutet sofortige Exmatrikulierung!
        Mit deinem Graveldingens bist du allerdings SEHR KNAPP einer verSRAMung entgangen, das ist dir hoffentlich bewusst. Im extremsten Fall sogar mit ohne Umwerfer und das am (quasi) Rennrad.
        Du warst also tatsächlich schon kurz vor einer Adenauer-Beschde-Zitat-Anwendung 🙂

  4. Würde ich nicht so sehen – eine SRAM Schaltung war tatsächlich das Ausschlusskriterium für viele andere mögliche Gravelmodelle. Ich komme mit dieser Philosophie einfach nicht klar, mit dem gleichen Hebel hoch UND runterschalten zu müssen. Das ist weniger mein Mindset als mangelnde Anpassungsfähigkeit (Alter?)
    A propos ebike und Beichten: ich bin ja schon mal eines gefahren, zählt das auch schon? Mildernde Umstände: alle anderen hatten auch ein ebike und ich sah mich außerstande mit Kinderanhänger da rein körperlich mithalten zu können/wollen. Ich bitte um Absolution!

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