Die Radsaison 2007 ist quasi zu Ende und man kann somit für sich selbst bereits ein kurzes Resumee der auslaufenden Saison ziehen. Da ich gerne auf Erfahrungen zurückgreife und mich die Erfahrungen anderer Hobbysportler sehr interessieren, möchte ich mal mit meiner Version beginnen und auf Kommentare und/oder andere Kurzberichte hoffen!
"Das Jahr 2007 gestaltete sich konträr zu 2006. Ich wollte also bewusst ohne Trainingsstruktur nur nach Lust und Laune biken gehen, den Fokus dabei auf lockeres Tourenfahren legen. 2007 und 2006 waren somit zwei total unterschiedliche Saisons, da ich 2006 ziemlich strukturiert trainiert habe und eher kurze, aber intensive Ausfahrten machte. Die Jahreskilomter werden 2007 etwas mehr, der Zeitaufwand aber war 2007 ziemlich höher wegen der langsameren Tour-Gangart und der Einkehr während einer Tour (Brutto-Zeitaufwand).
Die vielen längeren Touren waren zwar sehr schön, aber es bringt auch etwas mehr Hektik und Konfliktstoff in das Alltagsleben, weil die Zeit dann eben für andere Dinge fehlt. Und eins wurde wieder mal glasklar: Man kann nur nach einer Fliege schlagen! Denn durch die vielen Grundlagenkilometer (ab Pfingsten) und die dann fehlenden Kraft- und Intervallprogramme blieb die Sprintkraft und die Schnelligkeit auf einem recht niedrigen Niveau (im Vergleich zu 2006). Dafür konnte ich lange Touren auch mit vielen Höhenmetern bequem und ohne Zerfallserscheinungen bewältigen.
2007 war also eine interessante Erfahrung. Was jetzt "besser" ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Für mich fehlte letztendlich etwas "Salz in der Suppe". Also die Bereiche Kraft, Spurtschnelligkeit und Tempofahrt. Am Limit war auch der zeitliche Aufwand.
Eine ganz entscheidende Erfahrung war die Wintervorbereitung. Normalerweise ist bei mir von November bis Februar das Fahrrad schneebedingt nur wenig einsetzbar und somit bilden Joggen, Langlauf und Krafttraining den Hauptanteil der Vorbereitung. Bisher dachte ich auch, dadurch standortbedingt benachteiligt zu sein gegenüber Bikern aus niedrigeren Regionen, die das ganze Jahr durchfahren können. 2007 war jedoch anders, denn es gab keinen Schnee. Aber interessanterweise kam ich trotz vermehrter, spezifischer Radeinheiten schlechter aus dem Winter als sonst! Die Vermutung liegt Nahe, dass spezifisches (Rad-)Grundlagentraining nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss zu sein scheint. Denn die unspezifischen, alternativen Sportarten sind für mich immer intensiver als biken und zeitlich wesentlich kürzer.
Fazit: 2008 werde ich wieder mehr Struktur in meinen "Trainingsplan" bringen und auf meine alte Erfahrung zurückgreifen, dass 1 lange Einheit pro Woche für den Hobbyradler als Grundlagenkonservation völlig ausreicht (neben dem gezielten, spezifischen Grundlagenaufbau im Frühjahr). Ebenso wird die Wintervorbereitung wieder unspezifisch erfolgen mit der nicht zu unterschätzenden Folge, dass die Motivation, im März endlich wieder richtig biken zu können, gigantisch hoch ist ;-)"
Euer Cook