Coronakrise und Radfahren

Anfangs war das Gefühl der peinlichen Unangemessenheit, angesichts der gesamten Notlage und der erschütternden Situation in der Lombardei, wo wir noch vor wenigen Wochen ein paar wunderschöne Radtage verbringen durften, jetzt nach draussen zu gehen und Rad zu fahren, sich dem Vergnügen hinzugeben.

Doch nach Tagen der Traurigkeit und des Bewusstwerdens, empfinde ich es als Reinigung von Körper und Geist, gemächlich im Hier und Jetzt, die Schönheit des aufkommenden Frühlings bewundern, die schönen Feinheiten der heimischen Landschaft erkennen, die aussergewöhnliche Ruhe und den Frieden als Balsam zuzulassen.

Wir stehen am Anfang einer Veränderung.

Basso

Es war wirklich Liebe auf den ersten Blick. Jahrelang, fast schon jahrzehntelang wartete ich auf einen emotionalen Impuls um mir ein neues Rennrad zu kaufen. Ich fand sie alle hässlich. Mein altgedientes Breezer Venturi, damals Mitte der 1990er mit dem aus dem Mountainbikedesign angelehnten, gesloptem, also zum Sitzrohr abfallenden Oberrohr ausgestattet und daher traditionsbrechend, fand ich immer noch schöner als die ganzen aktuellen Renner. Allerdings war ich kaum noch mit dem Breezer unterwegs, denn die Technik war einfach alt. Felgenbremsen auf Mavic S.U.P. Keramikflanken waren, besonders wenn man einmal gescheite Scheibenbremsen am MTB gewohnt war, nicht mehr besonders vertrauensvoll, speziell bei Nässe, wo eine Bremswirkung erst nach kurzen Sekunden der Panik eintreffen sollte und es eventuell schon zu spät für ein gesundes Weiterleben sein könnte.

Basso Venta Disc -Purple Edition- am Hafen von Luino in freudiger Erwartung
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